Heuschnupfen – was man gegen die Pollenallergie tun kann

Pollenallergie: schon im Winter kann es mit dem Heuschnupfen losgehen

Dieses Jahr scheint es besonders früh loszugehen – die Pollen beginnen zu fliegen und ein guter Teil meiner Freunde und Familie beginnt zu niesen, sich die geröteten Augen zu reiben oder sogar über Atemnot, Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu klagen. Die Heuschnupfen-Saison hat begonnen – zum Leidwesen vieler. Fast jeder Fünfte in Deutschland ist betroffen.

Habe ich Heuschnupfen? Diagnosemöglichkeiten

Wer vermutet, dass er unter Heuschnupfen – im Fachjargon „saisonale allergische Rhinitis“ leidet,  sollte sich zuerst an seinen Hausarzt wenden. Dieser wird nach einem Gespräch eine Empfehlung geben, wie es weiter gehen soll. Meistens kennen die Hausärzte Fachärzte mit zusätzlicher allergologischer Fachausbildung in der Umgebung und können einen mit Adressen versorgen. Ärzte, die lediglich Allergologen sind, gibt es selten. Meistens sind es Haut- oder HNO-Ärzte, die zusätzlich Fachärzte für Allergologie sind. Aber auch Lungenfachärzte, Internisten oder Kinderärzte haben oft die entsprechende Zusatzausbildung.

Um herauszufinden, ob und auf welche Pollen man allergisch ist, gibt es verschiedene Diagnosemöglichkeiten.  Zuerst wird ein Anamnesegespräch geführt. Anhand der Schilderungen des Patienten lässt sich recht einfach feststellen, ob es sich um eine Pollenallergie handelt. Etwas schwieriger wird es, den konkreten Auslöser zu finden. Für eine erste Eingrenzung ist ein Blick auf einen Pollenkalender sinnvoll. Dieser zeigt, welche Pollen in welchen Monaten fliegen. Im Internet findet man viele Links zu Pollenkalendern, z.B. bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Pollenallergie). Einfach mal googlen! Grob kann man sagen, dass Pollen von Januar bis in den Oktober hinein fliegen.

Hier habe ich einen Pollenkalender für Euch zusammengestellt. Er dient als erste Orientierung, Abweichungen sind je nach Region und jährlichem Klimaverlauf natürlich möglich.

Ein Pollenkalender für Heuschnupfen-Geplagte

Test auf Pollenallergie: Hauttest, Bluttest oder nasaler Provokationstest

Für die Diagnose einer Pollenallergie gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: den Hauttest, den Bluttest oder den nasalen Provokationstest. Der Hauttest (Prick-Test, Intrakutantest, Scratch-Test und Reibtest) ist der Allergietest der ersten Wahl. Hierbei wird die Haut minimal verletzt (außer beim Reibtest) und eine kleine Menge des Allergens aufgebracht. Anhand der Hautreaktion (Rötung, Quaddelbildung) kann schnell festgestellt werden, auf welchen Stoff der Patient allergisch ist.

Der Bluttest wird in der Regel angewandt, wenn das Ergebnis des Hauttests nicht eindeutig ist. Auch bei Kindern, denen das Einritzen der Haut Angst macht, wird der Bluttest häufiger durchgeführt.

Wenn Hauttest und Bluttest keine eindeutigen Ergebnisse zur Pollenallergie hervorbringen, kann zusätzlich ein nasaler Provokationstest eingesetzt werden. Bei diesem Testverfahren werden dem Patienten verdächtige Allergene als Lösung oder Spray direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht. Anhand der Heftigkeit der Reaktion (Niesen, Juckreiz, angeschwollene Nasenschleimhaut, Atemnot, juckender Rachen, tränende Augen) kann der Arzt ablesen, ob eine Allergie gegen einen bestimmten Stoff vorliegt.

Therapiemöglichkeiten bei Heuschnupfen

Heuschnupfen ist heutzutage weitgehend therapierbar. Je nach Schwere der Erkrankung gibt es verschiedene Stufen der Therapie.

Allergieauslösende Stoffe meiden

Siehe unten “Tipps gegen Heuschnupfen”

Symptome der Pollenallergie lindern

Die Heuschnupfen-Symptome können mit Augentropfen, Nasenspray und ggf. Asthmaspray sowie Tabletten mit unterschiedlichen Wirkstoffen gelindert werden (Cromone, Antihistaminika, Cortison). Am besten lässt man sich beim Arzt oder in der Apotheke beraten.

Hyposensibilisierung / Spezifische Immuntherapie (SIT):

Diese Heuschnupfen-Therapie besteht darin, dem Körper den allergieauslösenden Stoff durch Injektionen oder oral zuzuführen, um ihn daran zu gewöhnen und so die Heuschnupfen-Symptome abzustellen bzw. zu mildern. Die Menge des injizierten bzw. oral verabreichten  Allergens steigert sich im Lauf der Therapie.  Die spezifische Immuntherapie (auch Allergieimpfung genannt) dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Das ist eine lange Zeit, wird aber von den meisten Pollenallergie-Patienten in Kauf genommen.

Diese Therapieform wird vor allem auch deshalb empfohlen, um zu verhindern, dass die Beschwerden an Auge und Nase “eine Etage tiefer” wandern und sich Asthma entwickelt.

Tipps gegen Heuschnupfen

  • Abends Haare Waschen (aber nicht ausbürsten vor dem Waschen)
  • Nach Aufenthalt im Freien, die Kleidung vor dem Betreten des Schlafzimmers ausziehen bzw. wechseln
  • Für Brillenträger: Regelmäßig die Brille reinigen
  • Fenster zu Hause und im Auto geschlossen halten
  • Auto mit Pollenfilter ausrüsten (und alle ein bis zwei Jahre wechseln)
  • Bevorzugt nach Regenschauern oder bei Regen rausgehen (je wärmer, windiger und trockener das Wetter ist, desto schneller verbreiten sich Pollen)
  • Pollenarmes Urlaubsziel aussuchen, z.B. Orte im Hochgebirge oder am Meer
  • Regelmäßige Saunagänge können ebenfalls Heuschnupfen-Symptome lindern

One comment

  1. merle sagt:

    Danke für den Pollenkalender, Heuschnupfen ist schon ziemlich blöd.

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